Kultur-Info.eu Webblog

Entries from Dezember 2007

Zurück zur Teilung ?

Dezember 28, 2007 · Keine Kommentare

Eine Umfrage, die vom Spiegel veröffentlicht worden ist, hat ergeben : achtizg Prozent der  Jugendlichen in Brandenburg wissen nichts oder fast nichts von der DDR, der Heimat ihrer Eltern. Sie haben keine Ahnung wer die Mauer gebaut hat, halten Helmut Kohl für einen Ossi, glauben, daß die DDR in Sachen Umweltschutz sauberer war als der Westen. Dieses verdreckte ruinierte  Land, das verschwunden ist, halten sie für  lebenswerter als den Osten - mit Arbeitsplatzgarantie, wenn auch mit weniger Wohlstand. Alles sei doch irgendwie besser gewesen. Sie haben nichts gehört und nichts gelernt. Zuhause reden die Eltern überhaupt nicht mit ihnen über dieses Thema oder sie betreiben Schönfärberei und in der Schule sitzen die alten Lehrer von damals , die Staatsverherrlicher von einst, die entweder das Thema vermeiden oder die Errungenschaften der DDR loben : Vollbeschäftigung und soziale Leistungen.  Sie haben vergessen in welchem Gefängnis sie gelebt haben, daß sie froh sein konnten einen Ferienplatz an der Ostsee zugeteilt zu bekommen, daß sie zehn Jahre auf einen Papptrabi warten mussten, daß die ärztliche Versorgung miserabel war weil es an technischer Ausrüstung und Medikamenten fehlte, daß die Kinder vormilitärische Ausbildung zu absolvieren hatten, daß tausende politische Häftlinge im Knast waren, daß auf Flüchlinge wie auf Hasen geschossen wurde, daß Hunderttausende als Spitzel jeden Systemkritiker denunzierten.
Die Jungen sind die Dummgebliebenen - und die Alten sind die Dauermäkler - für sie sollte eine Region der neuen Bundesländer - klein wie das Saarland am Besten im Nazi - Sachsen oder Nazimecklenburg mit einer Mauer ausgestattet und ein DDR - Nostalgieleben unter DDR - Bedingungen geschaffen werden. Damit diese widerwärtige Nostalgie der Ewiggestrigen, Verblendeten irgendwann ein Ende hat,

Dieter Bub

Kategorien: Kommentare

Havemann : Floris Rache

Dezember 14, 2007 · Keine Kommentare

Havemann PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Dieter Bub   
Freitag, 14. Dezember 2007
1088 Seiten der Versuch einer Selbsttherapie, ein Sich - von - der - Seele - schreiben. Eine Abrechnung, ein wütendes Umsichschlagen und Selbstdarstellung : Schaut her - das bin ich wirklich, war ich wirklich. Was für ein Leben. Florian Havemann, der Gedemütigte, teilt aus, hat geschrieben, was ihm zugestossen ist - und durch wen - durch Vater, Mutter, Wolf. Sie haben ihn gekränkt, ungeliebt , mißverstanden, falsch dargestellt. Nun läßt er uns wissen, wie sehr er sie alle verachtet und wir spüren wie gekränkt er ist, weil seine künstlerische Persönlichkeit bis heute so wenig Anerkennung gefunden hat.
Florian Havemann bezichtigt seinen Vater Robert nicht nur mangelnder Zuneigung ( und damit teilt er die Empfindungen von Millionen Jungen ), er fühlt sich ungeliebt und selbst einem schriftlichen Bekenntnis der Liebe mißtraut er. Seine Verdächtigung der Vater sei Antisemit ist lächerlich, denn Robert Havemann hatte seinem Vater ein paar Zeilen diesen Inhalts als Tarnung für seine kommunistische Untergrundarbeit geschrieben. Florian Havemann verachtet seine Stasi - Mutter. Und seine Wut gegenüber Wolf Biermann ist noch immer da - Biermann, der ihm einen höhnisch - verächtlichen Song gewidmet und überall aufgeführt hatte, weil Florian die DDR verlassen hatte - wie vor ihm und nach ihm Hunderttausende und schließlich Millionen. Biermann mit seiner großspurigen, großschnäuzigen Arroganz als Selbstdarsteller hat sich diese Rücksichtslosigkeit bis heute bewahrt. Florian Havemann zahlt es ihm und vielen anderen nun mit gleicher Münze heim - und beschreibt sich selbst als eindrucksvollen Mann, einen verständnisvollen Gesprächspartner ( zum Beispiel von Rudi Dutschke ) und Frauenliebhaber. Darin sind Männer nur selten bescheiden. Eine Ost - West - Geschichte, kein Roman,. eine Erzählung, die es mit der Wahrnehmung von Ereignissen nicht so ernst nimmt, die urteilt und unterstellt. Ein Wälzer, mit dem wir Florian Havemann kennenlernen sollen, der endlich aus dem Schatten des Vaters heraustreten will.

Kategorien: Literatur

Dresdner Frevel

Dezember 9, 2007 · Keine Kommentare

Weltkulturerbe - nein Danke ! <a href=”http://www.kultur-info.eu/index.php?option=com_content&task=edit&id=1061&Itemid=115&Returnid=115″ onmouseout=”return nd();” onmouseover=”return overlib(’Veröffentlicht
Public
Sonntag, 9. Dezember 2007
Deutscher Michel’, CAPTION, ‘Bearbeiten’, BELOW, RIGHT);”>Bearbeiten
PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Deutscher Michel   
Sonntag, 9. Dezember 2007
Fakten, Fakten, Fakten ! Nach der Freigabe zum Baubeginn für die umstrittene Dresdner Brücke wurden erst  die Bagger  aufgefahren , für eine Art symbolischen Spatenstichs und nun die alten Bäume gefällt, Bäume, die den Angriff der Bomberverbände bei der Verwüstung der Stadt zum Ende des Krieges überlebt hatten. Dieser politisch gewollte Frevel ist ein widerwärtiger Skandal - an dem viele beteiligt sind , auch der Ministerpräsident. Die Arroganz der politisch Verantwortlichen ist typisch für eine um sich greifende  Bereitschaft Kulturgüter zu ignorieren und zu vernichten. Was schert es , daß der Titel des Weltkulturerbes aberkannt  werden könnte ( in Potsdam hat das Wirkung gezeigt und Schlimmes verhindert ). Nein, man will keine Alternative eines Tunnels, die möglich gewesen wäre, man hat es eilig, damit die Autofahrer ein paar Monate  oder auch ein Jahr früher , schneller von einer Flußseite zur anderen wechseln können. Das wollte ihnen niemand verwehren, nur wäre es eben auch anders möglich. Noch immer. Aber auf Einsicht sollten wir nicht hoffen, wie anderorts auch nicht, zum Beispiel in St.Petersburg. Dort wird das Stadtbild systematisch zerstört, zunächst mit einem Betonbau der Firma Samsung und demnächst mit einem Hochhausklotz. Hier regiert das Geld, in Dresden regiert  beispiellose Borniertheit.

 

Kategorien: Kommentare

Hawking: Der geheime Schlüssel zum Universum

Dezember 9, 2007 · Keine Kommentare

 <a href=”http://www.kultur-info.eu/index.php?option=com_content&task=edit&id=1059&Itemid=63&Returnid=63″ onmouseout=”return nd();” onmouseover=”return overlib(’Veröffentlicht
Public
Sonntag, 9. Dezember 2007
Administrator’, CAPTION, ‘Bearbeiten’, BELOW, RIGHT);”>Bearbeiten
PDF Drucken E-Mail
 
Sonntag, 9. Dezember 2007
Eine faszinierende Abenteuergeschichte, von der sich nicht nur Jugendliche sondern auch Erwachsene faszinieren lassen können. Während in unserer Realität noch immer Spaceshuttles mit Astronautenbesatzungen aus aller Welt Labors und Materialien zur nahen Weltraumstation transportieren , begeben wir uns hier bereits mit Hilfe von Cosmos, dem supterintelligenten Computer weit hinaus in die Unendlichkeit des Weltraums - bis in die schwarzen Löcher, aus denen es doch eine Möglichkeit zur Rückkehr gibt.  Als George , der verspottete Sohn einer alternativen Weltverbesserer - Familie den Wissenschaftler Eric und seine Tochter Annie kennenlernt,  erschließt sich ihm die bis dahin fremde Welt der Naturwissenschaften, in der , wie überall, die Möglichkeit zum Guten wie zum Bösen besteht. So unterhaltsam und anschaulich ist die Faszination Weltraum noch niemals dargestellt worden. Dieses Buch ist die neue Himmelsleiter, geschrieben von Lucy und Stephan Hawking.
 Stephan Hawking : Wir kennen ihn als Genie, ein in seinen Bewegungs - und Ausdrucksmöglichkeiten schwer behinderter Mann.  In Zusammenarbeit mit seiner Tochter öffnet er uns die Augen für Sonne, Mond und Sterne - neben der Story fabelhaft erklärt mit präzisen Angaben zu Sonnensystem, Kometen, Neutronensternen, Erdathmosphäre und vielem mehr. 
Ein tolles Geschenk - für Zehn - bis Achtzehnjährige , und für Erwachsene ! 

Dieter Bub

Lucy und Stephan Hawking : Der geheime Schlüssel zum Universum
cbj - Verlag bei Random House

 

Kategorien: Nicht kategorisiert

Tiefland - neu entdeckt

Dezember 7, 2007 · Keine Kommentare

Tiefland - wieder entdeckt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Administrator   
Dienstag, 4. Dezember 2007

Tiefland, von Eugen d’ Albert

Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 30. November 2007

Musikalische Leitung: Yves Abel, Inszenierung: Roland Schwab

Im Hochland ist die Welt noch in Ordnung: die Luft rein und würzig, wie bei Heidi auf der Alm, der Feind eindeutig auszumachen als wildes Tier, wie bei Rotkäppchen im Wald und der Hirte ist grundgut und fromm, wie aus dem Lehrbuch der naiven Helden. Ganz anders im Tiefland, dort herrscht ein Tyrann wie aus den Nachrichten, weibliche Wesen werden schon in Kindertagen zu Prostitution gezwungen und der Pleitegeier schwebt über der Szenerie, willkommen in der modernen Welt. Das Märchen ist schnell erzählt: Pedro der Hirte ersehnt sich eine Frau, der böse Herrscher Sebastiano übergibt ihm aus heiterem Himmel Marta samt einer Mühle und Pedro hält sein Glück für gemacht. Doch natürlich verfolgt der Bösewicht seine eigenen Zwecke, möchte eine reiche Frau ehelichen, um der Schuldenfalle zu entkommen, doch die Geliebte nur zum Schein an den naiven Held abtreten. Schließlich durchschaut der das Geflecht von Machtmissbrauch, sexueller Ausbeutung und den Komplott gegen sich. Und die Vermeintliche Unschuld wandelt sich in mörderische Wut, der kranke Herrscher wird um die Ecke gebracht, wie einst der Wolf, der seiner Herde Leid antun wollte. Aus dem Hirten wurde ein Erlöser und es ist Zeit, die Rückreise ins Hochland anzutreten. Denn zwischen den einstigen Opfern hat sich eine reine Liebe entwickelt und die gilt es nun in der Abgeschiedenheit der unberührten Natur zu leben. Diese geradezu aufreizend einfache Handlung stellt eine zeitgemäße Regie vor nicht eben geringe Probleme, zu simpel scheint uns die Aufteilung in Gut und Böse, Oben und Unten, Schwarz und Weiß heute zu sein. Da helfen auch die Verweise auf unsere heutige Welt nicht wirklich weiter. Der Chor erinnert zwar mit seinen Horrormasken an ein Rammsteinvideo, agiert jedoch etwas unentschieden zwischen missgünstigem Volk und expressionistischem, sichtbar gemachtem Innenleben des Helden. Die Kostüme schwanken zwischen dekadentem Cocktailkleid und praktischer Expeditionskleidung, Uniformen und selbst gestricktem Ökodress. Das unterdrückte Volk in der industrialisierten Welt schleppt Metallgerippe und wohnt in lebensfeindlichen Eisenhütten und am Ende liegen tote Tiere in der Gegend rum. Das alles ist, trotz anrührender Momente und teilweise wunderbaren Sängern, für heutiges Wissen und Geschmack etwas zu zahm und unentschieden geraten. “Tiefland“, einst ein Hit, erklärtermaßen Hitlers Lieblingsoper wegen seines Alpenpanorama, verfilmt von Leni Riefenstahl, scheint uns heute bigott und die Botschaft allzu moralisierend. „Könnt ich doch lustig sein, wie ich es einmal war als Kind,“ singt Pedro verzweifelt. Wir wissen natürlich, es führt kein Weg zurück. Weder für Marta, die uns am Ende einen erschrockenen Blick über die Schulter zuwirft. Noch für uns, in eine Unschuld, die es wahrscheinlich nie gegeben hat.

Eine zeitgemäße Inszenierung ohne jede Bergidylle, mit einer weißen Steilwand, die in schillerndsten Farben aufleuchten kann und doch kaum zu bezwingen ist. Die Rollen glänzend besetzt, das Orchester, unter neuer Leitung, vorzüglich und wie befreit–Tiefland –ein Wagnis, das es sich lohnt anzuschauen.Natascha Bub

 

Kategorien: Bühne

Sonntags - Shopping

Dezember 6, 2007 · Keine Kommentare

Wie altmodisch unsere Kirche ist - will uns das große Sonntagsvergnügen vermiesen - das Einkaufen am siebten Tag der Woche. Wir sollten uns besinnen meint der smarte Bischof Huber, zusammensitzen im Kreis der Familie, in froher Erwartung auf die Ankunft des Heilands. Da können wir lange warten - vom ersten bis zum vierten Advent. Das war einmal , zu Zeiten ohne Fernsehen, Internet, Videospiele, Ohrenlärm, ohne Apple und handy, I-Phone und was es sonst noch so an Unterhaltung gibt. Und was ist mit den Sonntagsspielen nicht nur im Fußball, mit den Skispringern und den Abfahrtsläufern, den Biatlethen ? Wir wollen uns doch nicht vorschreiben lassen, wann wir wann wo was einkaufen. Das lassen wir uns von niemandem verbieten. Auch nicht vom lieben Gott und seinen ernannten oder selbst ernannten Stellvertretern. In Amerika geht das doch auch - die Geschäfte macht auf wer will, einkaufen kann wer wann immer er will und die Kirchen mit den christlichen Fundamentalisten sind trotzdem rappelvoll. Eins ist sicher - Huber und Co sollten sich statt zu meckern etwas einfallen lassen, damit sie die Kirchen wieder voll bekommen. Viele der  Kirchenmänner und Frauen verbreiten in ihren Predigten noch immer nur moralinsaure  Langeweile. Dann doch lieber gleich zum Frühschoppen oder zum Sonntagsshopping.

Kategorien: Kommentare

Wowi und Jung: Was scheeren sie die Leute

Dezember 6, 2007 · Keine Kommentare

Gibt es eigentlich so etwas wie politische Kultur ? Was ist das ? “Nie gehört !” Erklären unisono der Regierende Bürgermeister von Berlin , Klaus Wowereit ( übrigens im Amt ein Nachfolger von Willy Brandt - das Leichtgewicht nach dem Schwergewicht ) und der Bundesverteidigungsminister Jung ( der A bschußfreigabe Franz-Josef ). Beide scheren sich einen Dreck um die Meinung der anderen. Der eine - Wowi - will Tempelhof schließen - ohne Konzeption für die Immobilie und gegen die Meinung der Berliner Bevölkerung und die Intereressen von Unternehmen. Drr andere - Jung - will das Tempodrom, also den Bombenabwurfsplatz für die Bundewehr in der Urlaubsregion von Brandenburg und Mecklenburg nutzen, auch wenn er völlig unnütz ist, gegen Bürger - und Politikerproteste aller Fraktionen und viele Gerichtsurteile. Findet ja nicht in seinem trauten Hessen statt ! Nein - die Macht - Sturköpfe und ihre Verwaltungsmuschpoke , erst einmal gewählt, finden diese Form von Demokratie völlig legitin. Wenn das Volk erst einmal gewählt hat, soll es anschließend das Maul halten. Das also ist politische Kultur. Wie gehabt.

Deutscher Michel

Kategorien: Kommentare